Geschichte des Bachfischet

Seit vielen Jahrhunderten wird der ursprünglich in den Suhrenmatten zwischen Unterentfelden und Suhr aus Quellen hervorsprudelnde, seit dem Zweiten Weltkrieg von der Suhre abgeleitete Aarauer Stadtbach einmal jährlich für das „Rumen“ mit einer Sperre (Abschlag) stillgelegt. Diese vier Tage dauernde „Bachputzete“ war für die Bürgerschaft nicht nur wegen der anfallenden Reinigungsarbeiten eine schwierige Zeit, sondern auch wegen des fehlenden Wassers, welches als Trink- und Brauchwasser sowie als Löschwasser von existentieller Bedeutung war. Es versteht sich von selbst, dass der seit der Zeit der Stadtgründung um 1248 lebensnotwendige Stadtbach mit entsprechend grosser Freude an der Stadtgrenze von der Schuljugend „singend, mit langen grünen Zweigen, auf denen Lampions oder geschnitzte Kürbisse steckten“, abgeholt wurde.

Aus dieser Tradition heraus hat sich der älteste, heute noch gelebte Brauch der Schweiz entwickelt. Der jährlich stattfindende Aarauer Bachfischet findet in einem Umzug mit selbst gebastelten und mit Kerzen erleuchteten Lampions durch die eigens für diesen Zweck verdunkelte Aarauer Altstadt statt. Daran anschliessend folgt das Feuerwerk mit dem abschliessenden lauten Knall, dem „Mordschlapf“, sowie die unentgeltliche Verpflegung der Schülerschaft mit einer warmen Mahlzeit und ein Festbetrieb im Schachen. Die Heinerich Wirri-Zunft übernimmt seit ihrer Gründung im Jahre 1922 freiwillig das Patronat für diesen Anlass und ist für die Organisation dieses Brauches verantwortlich.

 

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