Die Stadt Aarau ehrt Urs Heller mit dem ersten Aarauer Kulturpreis
Co-Leiter des Theaters Tuchlaube von 1991-2003

Am 10. September 2005 findet die erste Aarauer Kulturpreis Verleihung statt. Die Stadt Aarau nimmt sich das Jubiläum «Theaterglut», 40 Jahre Aarauer Theater, zum Anlass, ihren ersten Kulturpreis Urs Heller, in Anerkennung seines lang­jährigen und aussergewöhnlichen Wirkens als Co-Leiter des Theaters Tuchlaube, zu ver­leihen. Unter seiner Co-Leitung hat sich die Tuchlaube nicht nur in der Schweiz, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus einen Namen geschaffen.

Zum Ausdruck der Wertschätzung der Stadt Aarau gegenüber dem kulturel­len Schaffen in Stadt und Region Aarau, stiften die Ein­wohnergemeinde Aarau und die Orts­bürgergemeinde Aarau gemeinsam den Aarauer Kul­turpreis. Der Kulturpreis dient der Auszeichnung erbrachter kultureller Leistungen oder deren Vermittlung in der Stadt oder der Region Aarau.
Der Aarauer Kulturpreis ist einem Preisgeld von 10'000 Franken sowie einer Feier, welche der Wertschätzung der/des Aus­gezeichneten öffentlich Aus­druck verleihen soll, dotiert. Der Kulturpreis wird in der Re­gel jährlich verliehen.
Mit dem ersten Kulturpreis würdigt die Stadt Aarau die wertvolle und nach­haltige Thea­terarbeit und -vermittlung von Urs Heller.

Bühne frei für Urs Heller und Team
Während 12 Jahren, von 1991 bis 2003, hat Urs Heller das Theater Tuchlaube zu Aarau - mit insgesamt fünf engagierten Co-Leiter/-innen - erfolgreich ge­führt. Als glei­cher­massen ruhender wie unermüdlicher Pol hat er es geschafft, das Theater Tuch­laube - und somit auch das Aarauer Thea­terleben - als wichtigen Knotenpunkt im Netzwerk der freien Theaterszene zu etablieren. Während der Leitungszeit von Urs Heller ist es dem Theater Tuchlaube gelun­gen, einerseits die Besucher­zahlen zu stei­gern; andererseits die Strukturen zu ver­ankern. Heller setzte in Aarau auf die Pro­duktionsschienen: Eigenproduktionen, Ko­produktionen und vernetzte Projekte sowie Gast­spiele.

Mutige Nase und neugieriger Verstand
Unter Urs Hellers Ägide sind in der Aarauer Tuchlaube zahlreiche Eigen- und Kopro­duktionen entstanden, die später in den grossen nationalen und internationalen Theatern Bewun­derung fanden, Erfolge feierten und für Furore sorgten. Und wäh­rend an­dere von Vernetzung und Team­work nur sprachen, wurde beides im Aarauer Theater Tuchlaube mit viel Selbst­verständlichkeit und wenig Auf­heben ge­lebt.
Mit Mut und Neugier, mit einer guten Nase und sicherem Verstand hat Urs Heller ein tragendes Kooperations­modell mit anderen Bühnen ge­schaf­fen (Schlachthaus Theater Bern, Theater an der Winkelwiese und Fa­b­rik­­­­theater Rote Fabrik in Zürich, Roxy in Birsfelden, Raum 33 und Vorstadt-Theater in Basel), welches nicht nur in Aarau, son­dern weit über die Landes­grenzen hinaus geschätzt wurde.
Mit «schnitz und drunder» - nach dem Ein­topfgericht benannt - lancierten Urs Heller und die damalige Co-Leiterin Barbara Schwarz ein sehr erfolg­reiches Theater­projekt, welches auch heute noch für ein altersgerechtes und sorgfältig betreutes Programm für junges Publikum steht. Und wenn in jüngster Zeit vermehrt und immer wieder von Kulturvermittlung an Schulen, für Kinder und Jugendliche die Rede ist, so wurde im Theater Tuchlaube zu Aarau auch hier bereits in den neun­ziger Jahren schon wich­tige und viel beachtete Pionierarbeit für das Theater geleistet.

Theaterglut und Kulturpreis Verleihung
Mit «Theaterglut» feiert das Theater Aarau diesen Herbst sein 40-jähriges Jubi­läum. Die Entwicklung von der Innerstadtbühne zum heutigen Theater Tuchlaube beruht auf der leiden­schaftlichen und engagierten Arbeit vieler Einzelner. Prägend und rich­tungs­­weisend haben Urs Heller und seine fünf Co-Leiter/-innen im Theater Tuchlaube einen wichtigen Beitrag da­zu geleistet.
Diese Jubiläumsfeierlichkeiten nimmt sich die Stadt Aarau zum Anlass, Urs Hellers Wirken und Schaffen als Co-Leiter des Theaters Tuchlaube Aarau mit der Verleihung des ersten Kultur­preis zu würdigen. Damit wird eine heraus­ragende Persönlichkeit des Aarauer Thea­terlebens und der Kulturvermittlung geehrt.

Die Kulturpreis Verleihung findet am 10. Sep­tember 2005, abends um 20.15 Uhr, im The­ater Tuchlaube Aarau statt. Die Feier wird von Franz Hohler (Laudatio) und Sabine Altor­fer (Modera­tion) gestaltet. Der Stadtammann, Dr. Marcel Guignard, wird den Kulturpreis überreichen. Anschliessend: Apéro im Theater Tuchlaube.

Die Mitglieder der Kulturpreis Kommission:
Dr. Marcel Guignard (Vorsitz), Stadtammann; Melanie Morgenegg (Aktuarin), Leiterin der
Kulturstelle; Sibylle Birrer, Leiterin des Forums Schlossplatz; Stefano Lorenzelli, Mitglied der Kunstkommission; Christoph Schmid, Mitglied der Kulturkommission; Luzia Wespi, Kultur­dele­gierte der Ortsbürgergemeinde sowie be­ratend Christine A. Jossen, Informations- und Kommunikationsbeauftragte der Stadt Aarau.

Urs Heller wurde 1942 in Basel geboren. Er studierte Biologie und Sportlehrer. In Luzern war er Jugendarbeiter, im bündnerischen Tar­tar Hausmann und Gemeindepräsident. Seit 1979 lebt er in Wohlen, wo er Mitgründer des Sternen­saals war. Er hat auch als Erwach­se­nenbildner und Spielpädagoge gearbeitet. Am 1. April 1991 übernahm Urs Heller die Co-Leitung des Theaters Tuchlaube in Aarau. Er leitete diese von April 1991 bis Juli 1993 mit Marianne Burg, von August 1993 bis Ok­tober 2001 mit Barbara Schwarz, von Sep­tember 1993 bis September 1996 mit Adrian Meyer, von September 1996 bis Juni 1999 mit Guy Kretna und von August 2002 bis zu seinem Fortgang, im Dezember 2003, mit Anita Zihlmann.

Das Theater Tuchlaube Aarau wird heute von Anita Zihlmann und Dieter Sinniger geleitet.

(Text: Christine A. Jossen, Informations- und Kommunikationsbeauftragte der Stadt Aarau)

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