Invasive Pflanzenarten - Neophyten

Gebietsfremde Pflanzen und Tiere (Neobiota) breiten sich auch in der Schweiz zunehmend aus und können vielfältige ökologische, gesundheitliche und bauliche Schäden verursachen. Gemäss der Internationalen Naturschutzorganisation IUCN sind invasive Pflanzen- und Tierarten weltweit der zweitwichtigste Gefährdungsfaktor für den Verlust der Artenvielfalt. Noch stärkere negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt hat nur die Veränderung der Lebensräume durch den Menschen. Von den rund 12'000 in Europa eingeführten Arten integriert sich der grösste Teil problemlos in unsere Landschaft. Gebietsfremde Organismen können aber zu einem Problem werden, wenn sie sich auf Kosten anderer Organismen sehr stark ausbreiten und andere Arten verdängen – diese werden als invasive Arten bezeichnet. Einige der invasiven Arten können ebenfalls Gesundheitsprobleme (z.B. die Allergie bei der Ambrosia-Pflanze) oder auch Beschädigungen an Bauten verursachen (z.B. durch starkes Wurzelwachstum des Japanischen Staudenknöterichs).

Die Stadt Aarau bekämpft die invasiven Neophyten an verschiedenen Orten auf dem Stadtgebiet mit dem Ziel, die Bestände zum Verschwinden zu bringen bzw. die weitere Verbreitung zu verhindern. Unterstützung erhält die Stadt Aarau bei ihren Bekämpfungsmassnahmen seit vielen Jahren von den lokalen Natur- und Umweltschutzorganisationen wie beispielsweise der Arbeitsgruppe Natur und Umwelt Region Aarau, dem Aarauer Bachverein oder dem Natur- und Vogelschutzverein Aarau / BirdLife Aarau.

Gesetzliche Vorschriften
Der Umgang mit gebietsfremden Organismen ist seit 2008 durch die Freisetzungsverordnung geregelt. Diese enthält u.a. eine Liste von 11 Pflanzen- und 3 Tierarten, welche verboten sind. Erlaubt ist einzig die Bekämpfung dieser Arten. Der Vollzug der Freisetzungsverordnung erfolgt im Kanton Aargau durch das Amt für Verbraucherschutz (ASV), welche alle Aktivitäten und Massnahmen im Bereich der Neophytenproblematik- und Bekämpfung koordiniert.

Weiteres zum Umgang mit invasiven Arten beim Bauen finden Sie hier

 

Neophyten bekämpfen – was können Sie tun?

  • Keine invasiven Neophyten im eigenen Garten anpflanzen, sondern einheimische Pflanzenarten bevorzugen. Einheimische Wildpflanzen dienen vielen Tieren als Nahrungsquelle
  • Vorhandene invasive Neophyten möglichst bald aus dem Garten entfernen und Standorte nachkontrollieren
  • Bekämpfungsmethode der Art anpassen (Schnitt, Aushacken etc.)
  • Wurzeln und oberirdische Pflanzenteile von invasiven Neophyten sicher entsorgen (am besten im Kehrichtsack in die KVA), Verschleppung durch Samen oder Pflanzenteile verhindern
  • Kein Erdmaterial ausbringen oder verteilen, das Pflanzenteile oder Samen von Problempflanzen enthalten könnte

 

Weitere Informationen:

Homepage Arten ohne Grenzen

Schweizerische Kommission für die Erhaltung von Wildpflanzen SKEW, Informationen zu invasiven Pflanzen

Homepage des Naturama Aargau zum Thema invasive Neophyten

 

Dokumente:

Freisetzungsverordnung  [PDF, 607 KB]

Pflanzenschutzverordnung  [PDF, 571 KB] 

 Schwarze Liste  [PDF, 69.0 KB]

 

Beispiele von invasiven Neophyten:

2006JapanischerStaudenknöterich.jpg
Amerikanische Goldrute Drüsiges Springkraut Japanischer Staudenknöterich

        

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